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Wilde Wildschweine in Hamburg-Volksdorf

Dramatisch, traurig und blutig endet der Ausflug und die Flucht von mindestens fünf Wildschweinen nach Hamburg-Volksdorf. Die Tiere waren zu allererst gesichtet worden, als mindestens drei der Tiere versuchten über einen Teich zu laufen. Dieser war zwar zum Teil noch zugefrorenen, doch die mindestens 50 Kilogramm schweren Tiere brachen ein, ertranken: "Wir haben noch alles versucht - aber konnten nicht mehr helfen", so ein Mitglied der alarmierten Freiwilligen Feuerwehr. Ein angefordertes Boot und eine Drehleiter wurden abbestellt, nachdem die Tiere im Wasser versanken.

Nachdem die Feuerwehr am Einrücken war, niedergeschlagen durch die erfolglose Hilfe, rasen Streifenwagen mit Blaulicht und Martinshorn durch den Stadtteil am Hamburger Rand. Polizisten legen Maschinenpistolen an, laden diese. Andere stehen mit der Handfeuerwaffe in der Hand vor dem Entwicklungs-Büros an der Eulenkrugstraße. Der gesamte Bereich wird abgeflattert, Streifenwagen sperren die Straße. Der Grund: Ein Wildschwein, etwa ein Jahr alt, 45 Kilogramm Lebendgewicht, ist durch eine Scheibe der Außenfassade gerannt und verstört durch Büroräume gelaufen.

Das Tier wurde von Mitarbeitern in einem Büroraum eingesperrt - einziges Problem: Die Sau ist schwer verletzt, aggressiv und unberechenbar. Polizisten sichern den Bereich, mit gezogener Waffe, immer wieder versucht das Tier mit Sprüngen gegen die Glastür des Raumes zu flüchten...
Währenddessen weitere Notrufe bei der Einsatzzentrale: Auch am U-Bahnhof Buchenkamp ist ein Wildschwein unterwegs. Hier hat eine U1 das Tier getroffen und schwer verletzt.

Die Polizisten fordern Verstärkung an, Kollegen der Wache 16 müssen anrücken mit einem Jagdgewehr. Vermutlich aus der Historie heraus gibt es nur ein Polizeikommissariat mit solch einer Wache. Früher war der Schlachthof im Einsatzgebiet. Für eventuell entflohene Kühe oder Pferde, wurde diese - für Polizisten eher ungewöhnliche - Waffe angeschafft.

Auch erst nach mehreren Schüssen auch aus diesem Jagdgewehr kann das Tier im Büroraum erlegt werden. Auch das angefahrene Tier an der U-Bahnlinie wird mit zwei Schüssen von den Leiden der schweren Verletzungen erlöst.
Warum die Tiere mit einer Rotte soweit in besiedeltes Gebiet gelaufen sind, warum die etwa ein Jahre alten Tiere so aggressiv dabei sogar durch Zäune, über Straßen und sogar durch Sicherheitsglasscheiben gegangen sind, ist unerklärlich. Ein Jäger aus Hummelsbüttel, der das Tier vom Bahnhof Buchenkamp abholte, meinte die Tiere seien eigentlich scheu und zurückhaltend. Aber natürlich sei das Tier schon in dem Lebensraum am Rande der Stadt. Warum die Wildschweine aber nun gerade an dem Tag durch Volksdorf gelaufen sind und so viel Unheil anrichteten, konnte auch er sich nicht erklären.

Weitere Bilder des traurigen, spektakulären Einsatzes:

Links:
Meine Video-Bilder im RTL Nachtjournal (21. März 2010).
Bericht zum Beitrag bei RTL
Artikel des Kollegen der BILD Hamburg
Artikel der Hamburger Morgenpost (Mopo)
Auch die shz berichtet
Bericht vom Kölner Stadtanzeiger

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Samstag, 20. März 2010


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