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Prozess Internet-Betrüger

Hinweis: Zum Schutz der Justiz-Angestellten wurden sie unkenntlich gemacht!

Am Freitag lief der Prozess gegen zwei "Porno-Betrüger" vor dem Amtsgericht St. Georg am Lübeckertordamm in Hamburg. Die Männer haben im Internet Erotik- und Lifestyle-Seiten geschaltet. Wer sich Bilder oder Inhalte ansehen wollte, wurde jedoch zur Kasse gebeten. Die Anwender jedoch wussten davon erst einmal gar nichts. Nach dem die Polizei den Männern auf die Schliche gekommen war, gab es Durchsuchungen der Geschäftsräume. Hier ein Link auf die Meldung vom 10. März 2005.
Prozess gegen Internetbetrüger in Hamburg
Versteckte Programme speicherten sich nämlich unbemerkt (und da beginnt der Betrug) auf dem PC und wählt per Modem eine normale Telefonnummer in Frankfurt an. Hier wurden die Anrufer-Nummern gespeichert und später an ein Call-Center weitergegeben. Über fingierte Anrufe von angeblichen Post-Angestellten wurden die zu den Nummern gehörenden Adressen ausspioniert. Kurz danach erhielten die Internet-Nutzer seltsame Rechnungen von der "Abspritzzentrale" und anderen dubiosen Absendern.
Vielen war das so peinlich, zumal es kaum bewiesen werden konnte, das sie nicht auf diesen Seiten waren, das sie einfach bezahlten. Beträge oft um die 40 bis 70 Euro jeweils.

Laut Staatsanwalt Rüdiger Spendel (37, Foto) wurden so knapp 45.000 Menschen betrogen. Fast 3,2 Millionen Euro nahmen die Täter ein. Der Prozess vor dem Amtsgericht jedoch zeigt nun: Die Männer haben nichts davon: "Das wird für die ein Fiasko - hoch defizitär", beschreibt Spendel. Denn neben einer Geldstrafe von 2,1 Millionen Euro und Haft auf Bewährung sind die Firmen auch geschlossen und die Internetseiten schon lange gelöscht! Da die Männer angeblich beschauliche, fast biedere Leben zum Beispiel in Spanien führen, wollten sie unbedingt unerkannt bleiben:
Auto-Dialer zum ersten Mal bewiesen

Rechtsanwältin Annette Voges (Foto) vertrat den Angeklagten Joergen J. (64). Angeblich sei er auch durch die deutsche und spanische Untersuchungshaft sehr geschwächt. Sie hatte die Vermummung ihrem Mandanten geraten. Der zweite Angeklagte, Morten P. (38), kam in blauer Jeans und hielt sich eine braune Jacke vor das Gesicht.

Die Dialer-Masche: Programme die sich im Hintergrund oder auch offen starten und sich bei teuren Telefonnummern einwählen, ist nicht neu. Doch laut Staatsanwalt waren die Programme oder Skripte, die von den verurteilten genutzt wurden besonders fies: "Die Seiten, die zu den Dialern führten, waren Bilder. Selbst wenn diese geschlossen werden sollten, aktivierte man sie über das "x" oben rechts. Hier speicherte sich das Programm kurzfristig, wählte die Nummer in Frankfurt an, dann löschte sich alles und die Spuren waren verwischt!"
Doch wenn die Polizei von einem User eingeschaltet wurde, wurde es richtig bitter: "Wenn die Beamten den PC überprüften wurde im Cache, also dem Speicher, sogar ein 'legaler' Dialer gefunden, der sogar die AGBs abfragte und somit 'legal' war. Das brachte die Opfer natürlich mehr als nur ins Schwitzen und die Beamten hatten Probleme ihm noch zu glauben!" Tatsächlich aber wurde der Dialer über das Netz mit Parametern gestartet, die die Sicherheits-Abfrage ausschaltete und auch die Anzeige der Geschäftsbedingungen unterband.

Übrigens: Alle die bereits gezahlt haben, sehen ihr Geld dennoch nicht wieder: "Der Staat müsste eine eigene Abteilung einberufen, nur um die Geschädigten ausfindig zu machen. Das geht nicht. Opfer müssten nun zivilrechtlich Klage einreichen - aber selbst das wird wenig bringen, die Täter sind nun ohnehin pleite und auch weiterhin schwer greifbar!" Wegen des großen öffentlichen Interesses, war der Zuschauerraum im Saal des Amtsgerichtes überfüllt und musste geschlossen werden.

Wie bei vielen Prozessen in Hamburg, war auch Juliane Garstka im Gericht. Die Zeichnerin stellte freundlicher Weise dieses Bild zur Verfügung. Mehr zu Juliane Garstka auf ihrer Internetseite: www.Gerichtszeichnungen.com

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NEU! Ein Hinweis in eigener Sache:
Wer Interesse an ausgedruckten Bildern in Fotoqualität hat,
der kann sich gerne bei mir melden!

Samstag, 17. Dezember 2005


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