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Brücken-Abriss

In der Hamburger Innenstadt stand die schon lange als Schandfleck bezeichnete Brücke über die Esplanade nur noch brach. Nutzen hatte die Überführung gen Colonnaden schon lange nicht mehr. An einem Teil war sie gesperrt - die Rolltreppen permanent ausgeschaltet. Am anderen Ende versperrte eine hochgemauerte Wand den Weg Richtung Dammtor. Vor einigen Monaten führte die Brücke durch das Haus. Eine Bank war Mieter des historischen Gebäudes von 1907. Lange davor war es wie geplant - ein Hotel.

Ihre Tage waren schon längst gezählt!
Die von Experten als "Schund am Bau" bezeichnete Brücke verband Dammtor mit den Colonnaden. Doch die Geschäftsleute dort fanden schon lange nichts mehr positives am grauen Stahl-Ungetüm. Im Gegenteil: "Der Blick aus den Colonnaden hinaus endet an den Rolltreppen - ein Frevel", beschreibt der zuständige Bezirksamtsleiter Hamburg-Mitte, Markus Schreiber (45). Ein Deal zwischen der Stadt und dem neuen Investor des ehemaligen Bank-Gebäudes machten nun eine bessere Planung möglich: Die Brücke wird komplett demontiert - als Gegenleistung darf eine Tiefgarage gebaut werden...
80 Tonnen Stahl in einer Nacht weg
Das Generalunternehmen Wiemer & Trachte beauftragte Ehlert & Söhne mit dem Abriss der 50 Meter langen und knapp 80 Tonnen schweren Stahl-Brücke. Für den Abtransport wurde sie in der Mitte per Schneidbrennern getrennt, zuvor große Öffnungen für Stahltrosse geschnitten. Ein 400-Tonnen-Telekran der Firma Seeland hob die Teile nacheinander auf zwei Tieflader. Die 12-Tonnen-Rolltreppe wurde schon zuvor abgebaut und abtransportiert. Für die Demontage der beiden Brückenteile benötigten die Arbeiter mehr als sechs Stunden.

Den Abriss bezahlt der Investor des ehemaligen DZ-Bank-Gebäudes an der Stirnseite der Esplanade: John Jahr (71). Er schaute sich trotz Dauerregen eine ganze Zeit die Brücken-Demontage an. Auf dem Foto unter dem Schirm mit Markus Schreiber.

"Wir wollen bis zur WM fertig sein", sagt Otto Wulferding (47, Foto). Er ist Geschäftsführer der Spielbank Hamburg. Aus dem Hotel Intercontinental wird die Spielbank Hamburg nämlich aus- und in die frisch renovierten Räume an der Esplanade einziehen. Dafür posiert Wulferding schon jetzt gerne im historischen Treppenhaus. Hier werden bald auch Spielfreudige zu Roulette-Tisch und Kasse emporsteigen.

Polier und Abriss-Leiter Rüdiger Holz (42) hatte in der Nacht alle Stricke in der Hand. Er bestimmte, welche Schritte wie erfolgen sollten. Seit zwei Jahren ist er bei Ehlert & Söhne, 15 Jahre bereits im Geschäft. Doch der Abriss zwischen 21 und 4 Uhr war auch für ihn etwas besonderes. Radio-Reporter Joachim Weretka (NDR 90,3) befragt ihn.


Sie sorgten für den Funkenschleier - das Feuerwerk, mit dem sich die Brücke aus Hamburg endgültig verabschiedete: Ziegfried "Siggi" Gabor (46) und sein Kollege Nebih "Toni" Mehmeti (34). Die beiden arbeiteten wie im Akkord mit den Brennschneidern. 30 Kilo Propan-Gas und über eine Tonne Sauerstoff hatten die Abriss-Arbeiter vorgehalten.


Kranführer Helmut Sparr (48) und Brummifahrer Helmut Stumbeck (44) mussten Hand in Hand arbeiten: Millimetergenaue Ansagen waren gefordert. Die beiden Brückenteile mussten ja passend auf dem Lkw-Auflieger abgelegt und durch die Innenstadt zum Hamburger Hafen gefahren werden. Hier wurden die Teile zerlegt und auf ein Schiff gen China verladen. Durch den Verkauf wurden die Kosten für den Abriss minimiert. Doch mehr als 30.000 Euro wird er dennoch gekostet haben.

Die Hamburger Gewerbetreibenden - und nicht nur die an den Colonnaden - danken es den Investoren. Der Blick auf die schönen Fassaden, Geschäfte und das Stadtbild haben sich hier deutlich gelichtet - so wie es in der offenen Hansestadt gewünscht ist! Glückliche Gesichter und das zweite Brückenteil zum Abtransport bereit...

Bilder des Abrisses:

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Donnerstag, 21. Juli 2005


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