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Chemie-Feuer
Am Morgen ist in Ellerbek (Kreis Pinneberg) eine Chemiefirma im Industriegebiet Waldhofstraße abgebrannt.
Die Einsatzkräfte wurden gegen 8.20 Uhr zu einem kleineren Feuer gerufen. Rasend schnell breiteten sich die Flammen aus. Gerade noch rechtzeitig konnten Feuerwehrleute alle Mitarbeiter und sich selber aus dem Gebäude retten - wenig später fielen Teile der Decke herunter: "Das Dach der etwa 20 mal 30 Meter großen Halle stürzte komplett ein", so ein Feuerwehrsprecher.
Neben der zu erst eingesetzten Freiwilligen Feuerwehr Ellerbek wurden die Wehren Egenbüttel und Rellingen sowie die Drehleiter aus Halstenbek alarmiert. Seit etwa 11 Uhr ist das Feuer aus - die Nachlöscharbeiten werden mehrere Stunden andauern.
Durch das Feuer wurden Ammoniak-Dämpfe und Blausäure freigesetzt. Der ABC-Zug des Kreises und der Rettungsdienst sind ebenfalls vor Ort. Die Firma stellte Plastik-Treibmittel her. Dazu wurde Azodicarbonamid und alleine zwei Tonnen PVC in der Halle gelagert:
"Eine Rauchsäule stand mehrere 100 Meter hoch über der Gemeinde und zog in Richtung Hamburg", so die Feuerwehr. Fenster und Türen sollten geschlossen gehalten werden. Mehrere Personen meldeten sich mit Übelkeit und Reizungen der Atemwege. Sie wurden von Rettungskräften vor Ort versorgt.
Hans Nachtsheim (63) ist Sachverständiger des Kreises Pinneberg. Er berichtet vor Ort: "Die Feuerwehr ließ das Regenwassersiel schließen. Das gesamte Löschwasser wird nun ins Schmutzwassersiel gepumpt. Anwohner wurden aufgefordert Fenster und Türen zu schließen. Wir hatten große Probleme mit dem Wind - er drückte den Rauch nach unten."
Bilder der Brandbekämpfung:
Nachgereicht neueste Informationen der Polizei Pinneberg:
"Die Brandursache ist unklar. Die Kripo Pinneberg hat die Ermittlungen übernommen. Die Schadenshöhe könnte nach ersten Schätzungen die 1-Millionen-Euro-Grenze erreichen", so Polizeisprecher Martin Rollmann. Fünf Menschen wurden verletzt, niemand davon schwer. "Die Personen konnten, Gott sei Dank, vor Ort entlassen werden." Eine Person verblieb mit Rauchgasvergiftung im Krankenhaus.
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Donnerstag, 9. Juni 2005
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