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Toller Feger!
Kein Erbarmen für Patrick Becker (30) aus Norderstedt. An seinem Geburtstag - dazu noch am Freitag den 13. und zum Auftakt des Norderstedter Stadtfestes, musste der Harksheider Feuerwehrmann der Tradition nach den Besen schwingen: "Das war fies. Ich habe mit Freunden reingefeiert und dachte es passiert etwas in der Nacht. Doch nichts. Dann wurde mir sogar gesagt, ich hätte Glück, da ja Stadtfest wäre, könnte man auf dem Rathausplatz keinen Dreck machen", berichtet der Unverheiratete. Doch er hatte nicht mit der List und Tücke seiner Wehrkameraden, allen voran Frank Groß (38) und Jörg Krahn (35) gerechnet: "Seit etwa acht Jahren ist das Fegen wieder Tradition bei uns. Daher haben wir uns mit dem Veranstalter abgesprochen und einiges organisiert", so Groß, der auch stellvertretender Gemeindewehrführer ist. Becker musste sich in einen ausgemusterten, gelben Chemie-Schutz-Anzug zwängen, nachdem er vorher schweren Atemschutz angelegt bekam. "Glücklicherweise ohne Maske", keuchte das Geburtstags-Opfer später. Dann wurde Stroh auf dem Boden verteilt. Dazu gab es einen Besen - mit Drehgelenk - damit ging das Fegen gar nicht. Durch Zufall kamen Steffi Busch (34) und ihre beiden Töchter Rabea (3) und Lynn (4) vorbei. Auf Knien rutschte Becker zu ihnen und bat um den erlösenden Kuss. Denn erst, wenn er von einer Jungfrau freigeküsst wurde, wurde der Spuk beendet. Die beiden ließen sich erst durch ihre Mutter mit Aussicht auf Zuckerwatte überreden und so wurde der Feuerwehrmann durch das "Knutsch-Fensta" - einer Öffnung im Anzug - befreit. Das Becker bis zuletzt nichts von seinem Glück ahnte lag daran, dass die Feuerwehrleute ohnehin samt Löschfahrzeug in Norderstedt unterwegs waren: "Wir müssen ja die Feuerwehrzufahrten kontrollieren!" Falls etwas passiert, muss die Feuerwehr ja überall hinkommen - auch zum Rathaus, wenn es ums Fegen geht.
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Sonntag, 15. August 2004
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